Geschichte & Geschichten

Die ersten Jahre:

Chronik des Imkervereins Wangen Allgäu

9. Juni 1876 (Gründungsdatum nur mündliche Überlieferung)

Vereinsgründung durch Oberreallehrer Johannes Jung. Johannes Jung ist als rühriger Vereinsgründer in die Geschichte der Stadt Wangen eingegangen. So gründet er den Turnverein Wangen und den Pompierscorps, aus dem sich die heutige Feuerwehr entwickelte. Der Zweck des Imkervereins: „Der Bezirks-Bienenzüchter-Verein Wangen im Allgäu hat den Zweck, die Bienenzucht in seinem Bezirk nach allen Richtungen zu fördern und die gemeinschaftlichen Angelegenheiten der Bienenzüchter nach allen Richtungen zu vertreten". Diesen Zweck suchte der Verein zu erreichen - „durch Vorträge und Besprechungen über alle Angelegenheiten der Bienenzucht und durch praktische Vorführungen an Bienenständen soweit solche möglich sind" - „durch Imkerkurse und Anschaffungen von Büchern und Zeitschriften zur allgemeinen Benutzung, durch Ausstellungen und gemeinschaftlichen Einkauf von bienenwirtschaftlichen Einrichtungen". Johannes Jung übernimmt auch den Vereinsvorsitz.

1921

Der Verein hat eine sehr gute Entwicklung genommen und zählt nun 528 Mitglieder.

30. Oktober 1921

Die Mitglieder von Isny und Umgebung spalten sich ab und gründen einen eigenen Verein, der sich ebenfalls gut entwickelt und 1996 das 75jährige Jubiläum feiert.

28. November 1922

In einer Versammlung werden die Vorzüge der „Schwäbischen Lagerbeute“ gegenüber der „Korbimkerei" hervorgehoben und gleichzeitig für die Reinzucht der deutschen schwarzen Bienenrasse geworben, welche für unsere Gegend die geeignetste sei.

14. März 1926

Erneute Diskussion über die beste Bienenrasse. Die sogenannte „Krainerbiene" -eine Vorgängerin der heutigen Carnika-Biene, ist ins Gespräch gekommen. Offensichtlich besteht aber ein Einfuhrverbot aus Osterreich.

19. April 1936

Nun kommt auch die Einkreuzung der „Heidebiene" ins Gespräch, die aber ne­gativ beurteilt wird. „Heide-Imkerei ist Schwarmimkerei" und somit für das Allgäu ungünstig. Auch die 1926 vielgepriesene Krainerbiene fällt in Ungnade. Al­lein die schwarze Biene, die „Nigra" hat die für unser Klima passenden Stämme. Die Imker werden dazu aufgefordert, sich an der Erzeugungsschlacht zu beteili­gen. Das Lösungswort für den Imker in der Erzeugungsschlacht lautet: „Jeder Imker jedes Jahr ein Volk mehr."

7. Juli 1940

Die Pflichtablieferung pro Stammvolk wird auf 3 kg Honig festgelegt. Insgesamt müssen in den fünf Krisenjahren 97.300 kg Honig abgeliefert werden.

Herbst 1946 bis Herbst 1947

Der Landkreis Wangen muss 1050 Bienenvölker und 390 kg Reinwachs an die Besatzungsmacht abliefern. Ein besonderes Problem in den Kriegs- und Nachkriegsjahren ist die Beschaffung von Futterzucker für die Herbsteinfütterung. Nach 1947 unterliegt auch der Zucker der Bewirtschaftung. Pro Volk wurden 1,5 Pfund Zucker zur Verfügung gestellt gegen die Verpflichtung, dafür auch ein Pfund Honig pro Volk abzuliefern.

Aus der "Neuzeit":

24. Januar 1960

Es werden Angaben über den Rückgang und den Wiederaufbau der Bienenzucht gemacht. Im Kreis Wangen befanden sich vor dem Krieg 11552 Bienenvölker. Nach dem Zusammenbruch und nach der Ablieferung von Bienenvölkern an die Besatzung sind noch 1603 übriggeblieben. Bis zum 31. Dezember 1949 steigt die Zahl wieder auf 7872 Völker an. Der Anschluss an die Vorkriegszeit ist geschafft.

13. Juli 1963

Jubiläumsfeier zum 87jährigen Bestehen des Vereins. Als Grund für das Jubiläum zu einer „ungeraden Zahl" wird angegeben, dass wegen der Kriegs- und Nachkriegsjahre weder ein 25-jähriges noch ein 50- oder 75-jähriges Vereinsjubiläum gefeiert worden sei und gerade jetzt viele langjährige Mitglieder in einem hohen Alter stünden und bisher noch keine Ehrung erhalten hätten. So erhalten sechs Mitglieder die goldene Ehrennadel für die 40jährige Mitgliedschaft und werden zu Ehrenmitgliedern ernannt. Zwölf Mitglieder erhalten für die 40jährige Mitgliedschaft ebenfalls die goldene Ehrennadel und 38 Mitglieder für über 25jährige Mitgliedschaft die silberne Ehrennadel. Vorstand Anton Wild wird durch den Vertreter der Württembergischen Imker, Herrn Oberlehrer Schmidberger für seine 25jährige Vorstandstätigkeit besonders geehrt.

1973

Herr Anton Prinz aus Ratzenried wird erster Vorstand.

14. April 1973

Anton Wild wird mit dem „Zeidelmännchen" ausgezeichnet, der höchsten Auszeichnung die der Deutsche Imkerbund zu verleihen hat. Anton Wild war 35 Jahre Vorstand des Vereins und hat ihn von 1938 bis 1972 geleitet und vor allem über die schwierigen Kriegs- und Nachkriegsjahre vorbildlich geführt.

14. und 15. August 1976

100-jähriges Jubiläum des Vereins im Gemeinderaum St. Ulrich in Wangen mit Festabend, Festgottesdienst und Jubiläumsveranstaltung mit vielen Gästen. Große Wachs-, Honig- und Imkergeräteausstellung.

27. September 1981

Einweihung des Lehrbienenstandes an der Argen bei der Neumühle. Vorstand Erhard Tretter kann unter tatkräftiger Mithilfe vieler Mitglieder und mit vielen Spenden, darunter Holzspenden von Graf Alois von Waldburg-Zeil und Landwirt Ernst Pfau einen neuen Treffpunkt der fachlichen Aus- und Weiterbildung mit einem gelungenen Imkerfest einweihen.

1997

Der Bezirksimkerverein hat 150 Mitglieder mit insgesamt 1588 Bienenvölkern.

2020: Fortsetzung folgt, wir arbeiten aktuell daran ....